Deichschafe auf Fehmarn


Wer ab dem Frühjahr über die schöne Insel fährt, wird immer wieder Schafen auf den Deichen begegnen.

Sie dienen vor allem der Landschaftspflege und halten das Gras auf den Deichen kurz. Dies ist schonender und verträglicher für die Umwelt als der Einsatz von Maschinen, vor allem, weil sich die Deiche oft in der Nähe oder gar inmitten eines Naturschutzgebietes befinden.

Da versteht es sich von selbst, dass die Weiden nicht gedüngt oder mit Pestiziden behandelt werden, ebenso wie die Schafe frei sind von chemischer Behandlung - die Wolle also quasi Bioqualität hat.

Die Bezeichnung "Deichschaf" stellt hier keine Bezeichnung einer Rasse dar, sondern besagt lediglich, dass die Schafe den größten Teil des Jahres auf den Deichen rund um die Insel Fehmarn weiden. Meist handelt es sich um Milchschafe oder Milchschafmixe.

Seit 2016 beziehe ich Vliese von einem Inselschäfer, dessen Schafe ab dem Frühjahr auf der Weide laufen. Nur zum Lammen und in den kalten Wintermonaten werden die Tiere aufgestallt.

Die Schur der Tiere erfolgt in der Regel vor dem Lammen und Aufstallen, wodurch die Wolle recht sauber und fast frei von Einstreu usw. ist. So muss ich die Vliese nicht unbedingt vor der Verarbeitung waschen, sondern kann sie sortieren, aus der Flocke spinnen und erst dann waschen. Das Garn verliert erst jetzt den größten Teil seines Wollfetts, wodurch es schön fluffig wird.

Die Wolle ist robust, aber nicht kratzig - vielleicht nicht unbedingt Hals- und schmusetauglich- aber dafür ziemlich strapazierfähig. Daher ist sie besonders für Outdoorbekleidung wie Jacken, Mützen oder Pullover geeignet, aber auch für Puschen finde ich sie ideal.

Bekleidung aus reiner Wolle benötigt übrigens nur ganz selten eine komplette Wäsche - meist reicht ein mehrstündiges Auslüften an der frischen Luft. Nur bei extremer Verschmutzung sollte das Strickstück kurz in warmen Wasser ausgewaschen werden, dabei möglichst wenig bewegen, große Temperaturschwankungen vermeiden, vorsichtig ausdrücken und liegend trocknen.